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| Das Basler Barockopernensemble. |
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Arianna (Scala Basel,
März 2002) Mitwirkende
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Weniger war an diesem Abend mehr: beim schlanken Barockgesang, im
ästhetischen Bühnenbild von Regina Lorenz und in der sparsam, aber pfiffig das
Geschehen verdeutlichenden Regie von Klaus Brömmelmeier. Das neu gegründete Barockopern-Ensemble
„Pasticcio Renano“ gab im Theater Scala seinen erfolgreichen Einstand mit Georg
Friedrich Händels 1734 uraufgeführter Oper „Arianna“. (...) Das Niveau der Sängerinnen war erfreulich. Besonders gefiel die
Mezzosopranistin Michaela Oberndorfer in der sicher und virtuos gestalteten
Partie des Teseo. Aber auch Marilia Vargas als Teseos Freund Alceste
profilierte sich durch quirlige, selbstbewusst eingesetzte Koloraturen. In den
weiblichen Hauptrollen überzeugten Marni Schwonberg und Arianna Savall mit
anmutigen lyrischen Sopranstimmen. In den kleineren Partien bewährten sich die
Altistin Monika BarmettIer und der Tenor Petter Udland Johansen. (...) Lustige Übertitelungen machen
die Handlung verständlich. Sie verraten, was zwischen den Zeilen der Oper steht
- vom Stress in König Minos’ Büro bis zu den diplomatischen Verwicklungen der
labyrinthischen Story. Man versteht eigentlich immer, worum es geht, und wird
dabei noch unterhalten. Kompliment. Martina Wohlthat in der
„Basler Zeitung“ (4. März 2002) (...)
Die Händel-Rezeption der vergangenen Jahre war geprägt von effektvollen,
farbigen, mit einer Prise Ironie gewürzten Bilderfolgen, wie die bereits
legendäre Händel-Seria an der Münchner Oper oder Herbert Wernickes Basler
„Giulio Cesare“. Im Theater Scala geht der Regisseur Klaus Brömmelmeier,
Schauspieler am Theater Basel, wohl auch aus finanziellen Gründen den
entgegengesetzten Weg. Ihm genügt ein Spielpodest auf der Bühne, die Requisiten
sind aufs Nötigste beschränkt. Er erzählt die Handlung über bedeutungsvolle
Gesten und beziehungsvolle Gruppierungen im Raum und setzt immer wieder feine
humoristische Akzente. (...) Brömmelmeiers szenische
Reduktion lässt der Musik, dem Gesang, Raum, sich zu entfalten. Und gesungen
wird hervorragend, von einem ausgewogenen Solistenensemble mit frischen,
leichten, beweglichen Stimmen. Alle sechs singen stilsicher und beherrschen
zudem die Kunst der stimmlichen Charakterisierung, was vor allem den spannend
und facettenreich gestalteten Rezitativen zugute kommt. (...) Das zehnköpfige
Originalklang-Orchester vor der Bühne musizierte - dirigiert von Stefan Brandt
- beseelt und stimmig. Alfred Ziltener in der „Basellandschaftlichen Zeitung“ (4. März 2002) „Pasticcio“ heißt eigentlich Pastete. Verschiedene Schichten oder
Füllungen, die zusammen ein schmackhaftes Ganzes ergeben. In Musik übertragen
heisst das: Man nimmt verschiedene Opern und macht daraus eine. Der
„Arianna“-Mythos war im 18. Jahrhundert eine der verbreitetsten Opernvorlagen
überhaupt, von vielen Komponisten vertont. Georg Friedrich Händel, Leonardo Leo
und Nicola Porpora haben dabei sogar das gleiche Libretto benutzt, nämlich
„Teseo in Creta“ von dem Wiener Hofdichter Pietro Pariati. (...) Das Konzept geht auf wegen der offenen Anlage der Barockoper. Sie
ist nicht musikalisch konzeptionell von Anfang bis Ende durchdrungen;
stattdessen zählt der gegenwärtige emotionale Affekt.
(...)
Das Konzept trägt auch wegen witziger kommentierender Übertitelungen: „Stress
bei Minos“ heißt es da. Ein Kräftemessen zwischen Teseo und Alceste wird mit
einem lapidaren „Männer!!!“ kommentiert. Karsten
Umlauf in SWR 2 (2. März 2002) |
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Tonbeispiele: Arie "Salda quercia" (Michaela Selinger, Mezzo-Sopran) Arie "Son qual stanco" (Marilia Vargas, Sopran) |
Video: Interview mit dem künstlerischen Leiter Stefan Brandt auf Tele Basel |
